Was Sie als SEO über die Regeländerung von 301 Redirects wissen müssen.

Ist es an der Zeit alle SEO-Bücher neu zu schreiben?

Viele SEOs arbeiten schon seit einigen Jahren mit Best Practices, die vorschreiben, wie man am besten mit der Umleitung von URLs umgeht. (Dies ist die Praxis, eine URL auf eine andere umzuleiten.)

Diese bewährten Regeln der alten SEO-Schule sollten Sie kennen:

  1. 301 Umleitungen führen zu einem Verlust von rund 15% des PageRanks. Matt Cutts bestätigte dies im Jahre 2013, als er erklärte, dass ein 301 genau die gleiche Menge an PageRank verliert wie bei einer Verlinkung von einer anderen Seite.
  2. 302 Weiterleitungen vererben keinen PageRank und sind per Definition nur von temporärer Natur. Daher ist es für Suchmaschinen sinnvoll, sie unterschiedlich zu behandeln.
  3. HTTPS-Migrationen verlieren PageRank. Dies liegt daran, dass sie typischerweise viele 301 Redirects beinhalten.

Viele SEOs sehen sich deshalb mit großen Problemen konfrontriert, wenn Sie URLs ändern oder eine ganze Website auf eine neue Domain umziehen möchten.

Das Risiko, Traffic zu verlieren, kann bedeuten, dass die Tatsache, dass sich nichts ändert, das kleinere von zwei Übeln wird. Viele SEOs haben die Migration von Webseiten verzögert, ihre URLs nur suboptimal definiert und die Umstellung auf HTTPS wegen der Nachteile immer wieder verschoben.

Die neuen Regeln der 3xx Umleitung.

Vielleicht wegen der Nachteile der Umleitung – insbesondere mit HTTPS – hat Google in den letzten Monaten daran gearbeitet, diese Axiome zu beseitigen.

  • Im Februar 2016 gab John Mueller bekannt, dass kein PageRank für 301 oder 302 Umleitungen von HTTP zu HTTPS verloren geht. Dies wurde von Google weitgehend als ein Versuch angesehen, die Akzeptanz von HTTPS durch den Webmaster zu erhöhen.
  • Googles Gary Illyes sagte der SEO-Welt, dass es Google egal ist, welche Umleitungsmethode verwendet wird, sei es 301, 302 oder 307. Er erklärte, dass es zu keinem PageRank-Verlust kommen werde.
  • Zuletzt hat Gary Illyes kryptisch auf Twitter angekündigt, dass 3xx (stenografisch für alle 300) Umleitungen keinen PageRank mehr verlieren.

Bedeuten diese überraschenden Veränderungen, dass jetzt alles gut und schön ist? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig bejahen oder verneinen.

Während es sich hierbei um willkommene Änderungen von Google handelt, gibt es immer noch Risiken und Überlegungen beim Verschieben von URLs, die weit über den PageRank hinausgehen. Wir werden das gleiche besprechen.

Lassen Sie uns einige Mythen und Missverständnisse aufgreifen, indem wir häufige Fragen zu Umleitungen beantworten.

Kann ich jetzt alles per 301 Redirect umleiten, ohne das Risiko zu haben, Traffic zu verlieren?

Nein, alle Umleitungen bergen Risiken.

Während es super genial ist, dass Google 301 Umleitungen nicht mehr durch den Verlust von PageRank „bestraft“, denken Sie daran, dass PageRank nur ein Signal von Hunderten ist, dass Google verwendet, um Seiten zu bewerten.

Im Idealfall, wenn Sie eine Seite auf eine genaue Kopie dieser Seite umleiten und das Einzige, was sich ändert, ist die URL, dann können Sie theoretisch keinen Trafficverlust mit diesen neuen Richtlinien erwarten.

Das heißt, je mehr bewegliche Teile Sie einführen, desto mehr beginnen die Dinge, haarig zu werden. Erwarten Sie nicht, dass ihre Umleitungen auf nicht relevante Seiten Gewicht haben. Die Umleitung ihrer beliebten Hannover 96 Fanseite auf ihre Affiliate-Marketing-Seite, die Proteinpulver verkauft, ist wahrscheinlich nicht mehr zu gebrauchen.

Tatsächlich hat Glenn Gabe kürzlich Beweise dafür aufgedeckt, dass Google Umleitungen auf irrelevante Seiten als Soft 404s behandelt. Mit anderen Worten, es ist ein Redirect, der sowohl die Link-Eigenschaft als auch die Relevanz verliert.

Ist es absolut sicher, 302 für alles anstelle von 301s zu verwenden?

Auch diese Frage muss verneint werden. Vor einiger Zeit hörten wir, dass der Grund, warum Google anfing, 302 Redirects wie 301s zu behandeln, darin besteht, dass so viele Webseiten den falschen Typ implementierten (302s, wenn Sie 301s meinten), so dass es divergierende Meinungen darüber verursachte, wie Google einzelne Seiten gerankt hat.

Das Problem ist, dass, obwohl wir jetzt wissen, dass Google den PageRank durchläuft, wir noch ein paar Probleme haben. Nämlich:

  • Wir wissen nicht, ob 301er und 302er in jeder Hinsicht gleich sind. In der Vergangenheit haben wir gesehen, wie die 302s über einen längeren Zeitraum PageRank verloren haben. Im Gegensatz zu 301s, die Link-Signale relativ schnell übergeben, wissen wir noch nicht, wie 302s auf diese Weise behandelt werden.
  • 302 ist ein Webstandard und Google ist nicht der einzig relevante Faktor. 302 Redirects sollen auf eine temporäre Umleitung hinweisen und es ist durchaus möglich, dass andere Suchmaschinen 302s anders behandeln als Google.

Seien Sie bei der Verwendung von 301- oder 302-Weiterleitungen dennoch vorsichtig. PageRank ist nicht das einzigste und wichtigste Rankingsignal.

Es könnte sein, dass ein 302 & 301 jetzt in Googles Augen äquivalent sind, aber Sie könnten viele 302er in 301er ändern und trotzdem einen Traffic-Verlierer sein.

Googles Ankündigungen wie diese wurden zuvor gemacht, die später zeigten, dass sie in der realen Welt anders funktionieren. Es zahlt sich aus, in unserem Bereich ein Skeptiker zu sein.

Wenn ich meine Website auf HTTPS migriere, werde ich dann meinen gesamten Datentraffic behalten?

Das könnte sein. Die Sache mit HTTPS-Migrationen ist die: Sie sind kompliziert.

Eine kleine Hintergrundgeschichte. Google möchte, dass das gesamte Web auf HTTPS umgestellt wird. Zu diesem Zweck kündigten sie einen kleinen Ranking-Boost an, um die Websites zu ermutigen, den Wechsel vorzunehmen.

Das Problem war, dass viele Webmaster nicht bereit waren, einen winzigen Rankingboost für den 15%igen Verlust an Link-Equity zu tauschen, den sie durch 301 Umleitungen ihrer gesamten Website erfahren würden. Dies scheint der Grund zu sein, warum Google den Wechsel zu 301er vor Jahren vollzogen hat, ohne den PageRank zu verlieren.

Auch ohne PageRank-Probleme können HTTPS-Migrationen unglaublich kompliziert sein. Die Umstellung auf HTTPS kann mit vielen Problemen einhergehen, aber auch viele neue Chancen eröffnen. Seien Sie sich dieser Tatsache bewusst.

Fallstudie: Funktioniert es?

Ohne es zu wissen, hatte ich die Gelegenheit, die neuen 3xx PageRank-Regeln von Google zu testen, als ich vor ein paar Monaten eine kleine Website migrierte (obwohl wir nicht wissen, wann Google die Änderung vorgenommen hat, scheint es, dass sie schon eine Weile vorhanden ist).

Diese spezielle Migration erfolgte nicht nur auf HTTPS, sondern auch auf eine völlig neue Domain. Abgesehen von den URLs blieb jeder andere Aspekt der Website genau gleich: Seitentitel, Content, Bilder etc. Das machte es zum perfekten Test.

Beim Einstieg erwartete ich aufgrund des 15%igen Verlustes im PageRank einen Rückgang des Traffic. Allerdings ist bei mir die Anzahl der User überraschenderweise gestiegen.

Anstelle eines erwartungsgemäßen Rückgangs erlebte der Traffic nach der Migration tatsächlich einen Schub. Dies könnte möglicherweise auf den kleinen Schub zurückzuführen sein, den Google HTTPS-Seiten gibt, obwohl wir nicht sicher sein können.

Sicherlich reicht dieser eine kleine Fall nicht aus, um entschieden zu beweisen, wie 301s und HTTPS-Migrationen funktionieren, aber er ist ein positives Zeichen in die richtige Richtung.

Die neuen Best Practices.

Es ist zwar noch zu früh, um die endgültigen neuen Best Practices zu schreiben, aber es gibt einige wichtige Punkte, die man beachten sollte, wenn es um die Änderung von Google geht, wie PageRank 3xx Redirects durchläuft.

  1. Alle Umleitungen bergen ein gewisses SEO-Risiko.
  2. Während 3xx Redirects PageRank beibehalten, bleiben 301s die bevorzugte Methode der Wahl für permanente Redirects. (Es ist bekannt, ob Suchmaschinen alle Redirects gleich behandeln)
  3. Denken Sie daran, dass PageRank und andere Link-Equity-Signale nur ein Teil der Faktoren sind, die Google beim Ranking von Webseiten verwendet.
  4. Über den PageRank hinaus bleiben alle anderen Regeln zur Umleitung bestehen. Wenn Sie auf eine nicht relevante Seite umleiten oder eine Website kaufen, um 1.000 Seiten auf ihre Homepage umzuleiten, werden Sie wahrscheinlich nicht viel Auftrieb sehen.
  5. Die beste Umleitung ist, wenn jedes andere Element gleich bleibt, so weit wie möglich, außer der URL.
  6. Erfolgreiche Migrationen auf HTTPS sind jetzt weniger anfällig für PageRank-Verluste, aber es gibt viele andere Crawler- und Indexierungsprobleme, die sich negativ auf Traffic und Rankings auswirken können.
  7. Ändern von URLs für SEO-Zwecke, einschließlich
      • Enfernen mehrerer Abfrageparameter
      • Verbesserung der Verzeichnis-/Unterordnerstruktur
      • Keywords in die URLs aufnehmen
      • URLs lesbar machen

Die Einrichtung von 301 Redirects ist jetzt weniger riskant als vorher und Sie sollten von keinem PageRank-Verlust ausgehen. Gehen Sie jedoch bei der Umleitung immer mit Vorsicht vor.

2018-09-14T16:14:18+00:00By |