Navigationskonzepte – Card Sorting

Im Folgenden möchte ich Ihnen ein Konzept zur Erarbeitung einer Navigationsstruktur vorstellen. Das Navigationskonzept ermöglicht die Planung und Umsetzung von benutzerfreundlichen Navigations-strukturen, die von den Nutzern nicht aufwendig erlernt, sondern mühelos antizipiert werden können.

Die Logik der Nutzer ist alltagsnah, habitualisiert und besteht aus Schemata und Skripten, die in der Praxis erlernt werden und nicht so schnell wieder verändert werden. Um die subjektive Logik von Nutzern entschlüsseln zu können, stellt Card Sorting ein Set von Techniken dar.

Das Grundprinzip des Card Sorting besteht darin alle in Frage kommenden Rubriken und Begriffe auf Karten zu schreiben (maximal 50 bis 60 Begriffe). Die Begriffe bilden die Basis für die weitere Befragung.

In einem Verständnistest werden Karten bzw. Begriffe einzelnen Testpersonen vorgelegt. Anschließend wird die Testperson aufgefordert, möglichst spontan seine Assoziationen zum Begriff zu äußern. Die Äußerungen werden nortiert und gesammelt und hinsichtlich Ihrer Verständlichkeit analysiert. Dabei werden sukzessive alle missverständlichen Begriffe aussortiert, so dass ein Set von unmissverständlichen Begriffen übrigbleibt.

Wenn ein fertiges Set von Begriffen feststeht, müssen die Testpersonen im offenen Card Sorting die erarbeiteten Begriffe nun gruppieren und den entstandenen Gruppen Bezeichnungen vergeben.

Beim geschlossen Card Sorting hingegen sind die Oberkategorien bereits definiert. Die Testpersonen müssen die Begriffe nur den einzelnen Kategorien zuordnen.

Um in der Praxis möglichst valide Ergebnisse zu bekommen, empfiehlt sich ein kombinierter Einsatz der einzelnen Techniken.

2016-12-09T23:54:22+00:00

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